Zwangsräumungen in Spanien

(Der folgende Artikel stammt von www.karla-pappel.de)

Die Krise in Spanien  nimmt immer dramatischere Ausmaße an: Jeden Tag
werden derzeit 517 Haushalte aus ihren Wohnungen geräumt, weil sie
infolge von Arbeitslosigkeit die Raten für die Tilgung der Hypothek
nicht mehr bezahlen können. Während bis zu 6 Millionen Wohnungen leer
stehen, sind  seit 2008 rund 400.000 Haushalte auf die Straße gesetzt
worden! Zum Hintergrund: Der Anteil von Mietwohnungen am gesamten
Wohnungsbestand liegt in Spanien bei lediglich 10%. Daher ist es die
Regel, dass auch NormalverdienerInnen Kredite aufnehmen, um eine Wohnung
zu erwerben.  Für die geräumten Familien ist die Situation ein real
gewordener Alptraum: Die Zahlungsunfähigkeit führt dazu, dass sich die
kreditgebenden Banken ihre Wohnungen aneignen. Da der Wert der Wohnungen
mit dem Platzen der Immobilienblase massiv gesunken ist zu einem
Bruchteil des ursprünglichen Kaufpreises. Die Betroffenen verlieren
nicht nur ihr Dach über dem Kopf: Da es in Spanien keine Privatinsolvenz
mit Restschuldbefreiung gibt,  bleiben sie auch noch auf einem Berg von
Schulden sitzen, den sie niemals im Leben abbezahlen können!

Aber immer mehr Menschen wehren sich gegen diese Situation: Im ganzen
Land wurden mittlerweile mehrere hundert Zwangsräumungen verhindert,
weil sich NachbarInnen gemeinsam der Polizei in den Weg gestellt haben.
Die Betroffenen und ihre UnterstützerInnen üben Druck auf die Banken
aus, damit sie weiterhin in ihren Wohnungen wohnen bleiben können. In
einigen Städten sind obdachlos gewordene Familien dazu übergegangen,
Häuser zu besetzen. Parallel läuft derzeit eine Gesetzesinitiative, die
die Entschuldung und das Behalten der Wohnung  bei einer
einkommensabhängigen Miete regeln soll.

Mitglieder der Plataforma de los Afectados por la hipoteca  (Plattform
der Betroffenen der Hypothek) werden am vom 1.9. bis 7. September auf
Veranstaltungen in Berlin, Rostock, Hamburg, Bochum, Düsseldorf und
Hanau ausführlich über die Situation und den Widerstand berichten.

Termine:
01.09. Berlin, 18 Uhr, Gecekondu, Admiralstr. 1-2, Berlin-Kreuzberg
(gegenüber vom „Südblock“)

02.09. Rostock, 20 Uhr, Peter-Weiß-Haus
03.09. Hamburg, 20 Uhr, Ganztagsschule St. Pauli, Bernhard-Nocht-Str. 12
05.09. Düsseldorf, 20 Uhr, Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108
06.09. Bochum, 19 Uhr, Soziales Zentrum, Josephstr. 2
07.09. Hanau, AKZ, Alte Metzgerei

Weitere Infos: zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de