Räumung des Oranienplatzes – Die Junge Union sagt Danke

Gestern war es also soweit, das Flüchtlingscamp am Oranienplatz ist nun geräumt. Freude schöner Henkel trocken, du hast es geschafft, endlich sind die stinkenden Asylanten weg, herrscht wieder Sauberkeit und Ordnung (soweit es eben geht in diesem überfremdeten Kreuzberg). Die Junge Union bedankt sich bildgewaltig bei ihrem Führer und unserem Innensenator für die Säuberungsaktion. Und zwar mit dieser widerlichen Siegespose:

oplatz

Abgesehen davon, dass es vom Moraltod zeugt, eine solche „Situation“ als Kulisse für parteiwerbliche Zwecke zu popularisieren — Es ist doch einfach mal wieder erschreckend zu sehen, dass hier keine einfältigen Naziglatzen ihre peinlich-morbide Hetze abziehen. Diese Bürschchen – die auf dem Bild und der werte Herr „Landesvorsitzende der Jungen Union Berlin“ – sind gebildet, haben wahrscheinlich studiert und kommen aus so genannten gutbürgerlichen Verhältissen. Das Rechte kommt aus der Mitte – und von ganz Oben. Die so genannte neue Eliten – das ist die Junge Union, die wie ihre Mutterpartei so genannte christliche Werte vertritt. Frank, deine Brut stinkt.

Die Krux mit der Bildbearbeitung – das Internet schlägt zurück

An diesen Tagen liebt man das Internet wirklich. Denn nicht erst seit heute ist es ein Riesenspaß im Netz, die dümmlich-peinlichen Kommunikationsaktionen des Parteinachwuchs zu bashen. Wenn ihr wisst, dass Chabos wissen, wer wirklich der Babo ist, dann wisst ihr bescheid…

Und so präsentiert sich nun auch schon seit mehreren Stunden der großartige Tumblr Fakkjuberlin, in dem sich die Anzahl an photogeshoppten Kommentaren zu diesem geschmacklosen Bild zu einer äußerst geschmackvollen Persiflage steigert. Keine weiteren Kommentare mehr nötig. Hier eine kleine Auswahl:

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Quelle: www.fakkjuberlin.tumblr.com

Schön, dass Bloggeryoda René Walter hier noch ein Photoshop Template zum Mitmachen bereit gestellt hat. Internet/öffentliche Meinung vs. konservativer Populismus = diese Konfrontation löst sich zum Glück mal wieder zum Guten.

Krieg den Hütten, Friede den Palästen

Und nun zum eigentlichen Thema zurück – das trotz „ordnungsstaatlichen“ Kaschierversuchen – hoffentlich weiterhin sprübar, sichtbar an der Wahrnehmungsoberfläche bleibt. Für die Politik, für uns alle. Das Flüchtlingscamp wurde geräumt. Jetzt stört es nicht mehr. Was passiert jetzt mit den Flüchtlingen? Sind die jetzt wirklich alle so, voll gechillt so, wie die Bild meint, so „voll zufrieden“? Alles gut. Danke Frank? Hmm… hier gehts noch zu anderen Informationen:

Tagesspiegel: Nicht alle wollen weg

Zeit: Trügerische Ruhe am Oranienplatz

TAZ: Teile und Herrsche

Und, last but not >Ürks< das Original aus dem Schwarzen Loch der politischen Kommunikation: http://juberlin.de/2014/04/08/raeumung-des-oranienplatzes-danke-frank

2 Kommentare

  1. Neben fakkjuberlin fand ich noch ein andres Tumbler-Blog dazu ganz heilsam (so im Sinne von Seelenbalsam, da meine erste Reaktion auch nur aus sauer Aufstoßen und einem schmerzhaften Wandprall bestand). Dies hier http://juschilds.tumblr.com/

    Wäre schön, wenn sich die JU nicht nur angesichts der Antworten in Grund und Boden schämt, sondern vielleicht ja sogar so eine Art Denkprozess einsetzt, der die eigene Ursprungsaktion kritisch reflektiert …mit knapp 30 hat man halt noch Träume :p

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