Liebes 2013

Berlin Sonnenaufgang
Berlin Sonnenaufgang
It´s a new dawn..

Sarah Kuttner hat dir einen Brief geschrieben. Ihre persönliche Tradition zum Jahresende. Sagt sie. Sagt das Internet. Nun gut. Machen wir dann auch mal. Naja jetze endlich mal. Man musste aber auch erstmal den Kater nach deinem Abschied verabschieden.

Nun denn: Liebes 2013,

jetzt ham wa dich jeschafft. Du warst nicht nur für Abergläubische eine Herausforderung. Ein Rückblick lohnt sich.

 

Kapitel 1: Der Berliner Bär ist tot, lang lebe die Attraktion!

Wenn N24 über dich und dein Wirken in der Hauptstadt einen Glotze-kompatiblen Rückblick schneidern würde, würde das ganze dann mit einem Eisbären beginnen? Wir sind sicher JA! –  KNUT, will man laut schreien, KNUT – du kleine, weißfellige Unschuldskreatur mit Raubtierwurzeln – du warst von deiner Geburt an mit aufdringlicher Medienwirksamkeit gestraft und als vermenschlichtes Berlin Maskottchen verschicksalt. Gott, ist der süß! Gott, der ist tot! Und – oh mein Gott – man kann ihn weiterhin bestaunen!

Wir persönlich waren zu Lebzeiten nicht da, um dich zu beglupschen, wir werden auch jetzt nicht zu dir kommen, Knut. 2013 war das Jahr deiner posthumen Zuschaustellung, ein bisschen Ruhe für dich, in 2014 und darauf, wünschen wir.

Weil neben der traurigen, verfilmungswürdig dramatischen Geschichte eines kleinen Eisbären eh alles zur lapidaren Farce wird (naja, fast alles), folgt die weitere Rückschau preußisch prägnant & in Stichpunkten:

Kapitel 2: Klaus hatte Rücktrittsgedanken! Oh je, 2013, was hast du unserem Regenten nur für Selbstzweifel angetan?! Doch, zum Glück hat Klausi Wowi sich dann doch noch gefangen ja auch für 2014 wieder die Zügel im Griff…und die Flüge! Proudly presenting again: Wowi macht den Aufsichtsratchef! Halleluja, 2013, kurz vor deinem Ende hast du uns diese Bescherung gebracht! – Und darüber jetzt hier mehr zu schreiben, in einem Brief an dich, liebes 2013, obwohl die Geschichte Berlin + Flughafen doch langfristig, das heißt mehrjährig, wenn nicht sogar mehrdekadig konzipiert ist, wäre doch einfach nicht fair. Da soll noch genug für die Ahnenwelt bleiben! So, also weiter:

Kapitel 3: I´ve been looking for Freedom! Vielmehr als das ewige Desaster BER ging uns das Gerangel um die East Side Gallery auf den Sack. Ja, es war doch zum Echauffieren. Zumindest für eine Weile, bis sich der Protest wieder verflüchtigte, viel schneller als der einstige Erfolg eines alkoholkranken Rettungsschwimmer-Mimen. 2013, du hast den Grundsetein gelegt – im kommenden Jahr werden die exklusiven Eigentumswohnungen das Bild an der Spree nachhaltig verändern. Ein weiterer Meilenstein der Stadtentwicklung. Naja, du weißt ja, wie wir dazu stehen

Kapitel 4: Das Aus für Berlin! Oder auch: Wenn Axel schwarz sieht. Der Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Berliner Energieversorgung scheiterte. Axel Springer veröffentlichte am Wahltag eine schwarz unterlegte Titelseite, die wie eine Traueranzeige anmutete, aber als Warnung für seine treuen Leser gemeint war: Warum der Volksentscheid großer Mist ist und man um des Himmels liebenden Willen gar nicht bzw. nicht mit Ja abstimmen sollte. Und wenn eine einflussreiche Tageszeitung davor warnt, dann lockt der verkaufsoffene Sonntag nochmal mehr, sprich süßer von der Wahlurne ab. Und dann gabs ja eh noch im Vorfeld diese Debatte mit der Terminlegung der Bürgerwahl….. Das Scheitern war der geringen Wahlbeteiligung geschuldet, und diese war von vornherein beabsichtigt, so wirkt es beim aufmerksamen Hinsehen. Aufgrund der extrem knappen Verfehlung des Quorums, zählte die klare Mehrheit (83% Ja-Stimmen) letztenendes nichts. Basta, Berlin – mal wieder hast du dich aufs Kreuz legen lassen.

Kapitel 5: Die alte Dame lebt noch! Oder: Weil Sport zu jedem guten Abschluss gehört. Oh ja, die Haupstadt kann (wieder) (auch) in Fussball! 2013 war ein wirlich erfolgreiches Jahr für die Hertha! Und DAS musste jetzt auch mal gesagt werden!

Deine guten Vorsätze?

Die Bundesregierung steht. Und das tatsächlich noch während deines Wirkens, liebes 2013!

Danke…oder Yippie? Nun ja, der Koalitionsvertrag liest sich zumindest bisweilen wie das Happy End light einer lang geschriebenen Ungerechtigkeit. Nachdem das Problem der Wohnraumverknappung und Mietenexplosion bereits die letzten Legislaturen zunehmend akut für zunehmend viele Menschen wurde, hat die neu formierte Bundesregierung ihr „Paket für bezahlbares Bauen und Wohnen“ offiziell gemacht. Dass vieles eher für ein vages Mauschelpaket spricht, lässt sich zum Beispiel hier ausführlicher nachlesen. Es ist halt immer so ne Sache mit Vorsätzen.

Ergo, summa summarum, Klappe zu, Affe tot: Auf dich trifft zu, was schon diese Mediensensation mit der heraushängenden Zunge gesagt hat. Nicht Miley Cyrus, sondern dieser Einstein:

„Wenn’s alte Jahr erfolgreich war, dann freue dich aufs neue. Und war es schlecht, ja dann erst recht.“

Dennoch verabschieden wir uns in Frieden von dir, 2013, du Hoschi! 2014 soll auf deinem Grab tanzen! Doch nun geruhe selig…

 Ach und: Frohes Neues!

Oder auch: Schmunzeln oder Runzeln…das ist die Frage. Ob Kartoffelsalat und Wunderkerze oder Kaviar und Panorama-Feuerwerk, eines darf doch nicht fehlen: Der Silvester Sketch. Und auf diese Weise wollten auch wir unseren Senf zum Jahresende dazu geben.

Unser Regisseur und der Drehbuchautor sind noch in St. Moritz, aber wir haben unser bestes gegeben. Meta-Humor für die ganz Feinsinnigen – wie immer eben…Und damit: Frohes Neuses an euch da draußen.

Dinner for Three – ein Knaller!

 

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