Let’s buy Berlin!

…Willkommen zum Ausverkauf einer Stadt und ihrer Bewohner

Ebenezer Scrooge

Berlin, du bist so wunderbar….und auch so sonderbar. Zumindest kann man über Vieles, was momentan ein Teil von dir ist, nur den Kopf schütteln.

Abgesehen von symptomatischen Fehlleistungen wie dem Krisenmanagement am BER Flughafen und dem East Side Gallery Wirrwarr, hat sich letzte Woche eine menschlich unmittelbar greifbare Katastrophe ereignet, ein neuer Akt und bislang schmerzvollster Klimax in der Tragödie „Berlin“: Mit dem Tod einer zwangsgeräumten Rentnerin entblösste sich eindrucksvoll die Fratze einer von Politik & Wirtschaft tolerierten Stadtentwicklung.

Wenn wir hier im Märchen wären, würde die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens passen – jenau, die mit dem geizigen, hartherzigen und narzistischen Ebenezer Scrooge (ein Yuppie, wie er im Buche steht höhö), dem erst drei Geister erscheinen müssen, bevor ihm Mitgefühl und soziale Verantwortung wieder eindämmern….Aber dit Leben is nun mal kein Märchen, auf Happy End und fabel-hafte Lehre für alle Beteiligten/Provokateure müssen wir hier nicht warten. Schade, könnte man dann doch wenigstens darauf hoffen, dass dieser Fall in manchen Köpfen (Herzen?) etwas bewegt. Dass sich die Mentalität der heißspornigen Investoren, Politiker, Goldsucher in Berlin zugunsten eines Gewissens, oha oder sogar Verantwortungsbewusstseins für die Ausdünstungen eigener Exkrementenproduktion weichen sollte, bezweifle wohl nicht nur icke. Schon meene Omi meinte immer: Wer dit Klo verstopft, muss die Scheiße och mittragen. Man könnte es auch galanter sagen: Cuiusvis hominis est errare, nullius nisi insipientis in errore perseverier  – soll heißen Irren ist menschlich, doch im Irrtum zu verharren ist ein Zeichen von Dummheit und stammt nich von Omi, sonden vom Cicero. Ja, ja so ist das und so darf man auch für uns in Berlin auf die Einkehr der Moral hoffen – selbst in Sachen Wirtschaft, Kapitalerwirtschaftung und Immobilien-hypes…

Jetzt aber zu den Programmhinweisen

Und noch ein kluger Spruch aus dem Lateinischen Klugscheißervokabular: Pecunia non olet – Bedeutung: Geld stinkt nicht – soll wiederum heißen: Man kann Geld nicht ansehen, aus welchen vermeintlich schmutzigen Geschäften und Machenschaften es entstanden ist. Woher die Moneten für das Casino aka Berlin kommen? Folgende Programmtipps verraten, wie das Geschäftsmodell Schlussverkauf Berlin funktioniert. Shopping News aus Eurer Stadt sozusagen: Die ARD Reportage „Wir kaufen Berlin“ – Immobiliencowboys im Wilden Westen, Osten, Norden und Südens von Berlin – yiiiihaaaaarr…und Maz ab!

rbb Mediathek: Die rbb Reporter-Wir kaufen Berlin - Investoren auf Immobilienjagd-Dienstag, 08.10.2013 | rbb Fernsehen 2014-05-01 23-40-35

Zahlen & Fakten, die wa hier lernen zum Geschäftsmodell Berlin: 85% der Wohnungen in Berlin sind Mietwohnungen – Berlin verfügt nur noch über 27.000 landeseigene Wohnungen – vor 8 Jahren wurden z.B. 65.000 Wohnungen mit der GSW an Investoren verkauft. Letztes Jahr wurden 6000 Eigentumswohungen in Berlin gebaut, Tendenz rapide steigend. Der Zuzug von 14.000 Neuberlinern im letzten Jahr kurbelt die Nachfrage weiter an. Die Berliner Wirtschaft und der Haushalt profitieren – über eine halbe Milliarde Grunderwerbssteuer werden allein für 2012 erwartet. Nach neuesten Schätzungen fehlen in der Berliner Innenstadt ca. 25000 Wohnungen, Förderungen für den Sozialwohnungsbau will sich die Berliner Politik bis 2015 nicht leisten, eben zu teuer – 400 Mio Euro Schulden aus den Förderungsprogrammen der 80er und 90er Jahren sind abzuabauen. Bis 2017 sollen 30.000 neue Wohnunge  enstehen – der Berliner Senat setzt hier vor allem auf die privaten Investoren (fail…).

Und nochmal was kürzer kommt vonner „Deutschen Welle“ zu Euch geschwappt:

Carpe Diem!

Euer letzter Berliner

 

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