App zur Vermeidung von „zwielichtigen Gegenden“ gelauncht

New York City…Stadt der unendlichen Möglichkeiten und großen Gegensätze. Wall Street prallt auf „Ghetto“, Geld und Macht auf Armut und Verbrechen. Hier soll eine fragwürdige App für mehr Sicherheitsgefühl sorgen.

„SketchFactor“ (sketchfactor.com) soll den Usern die Möglichkeit geben, via Smartphone Gegenden zu markieren, die ihrer Meinung nach „sketchy areas“, also „zwielichtige Gegenden“ sind.

Zwei Young Professionals wie aus dem Bilderbuch haben die App entwickelt und wundern sich gerade über den Shitstorm, der ihnen die so erstklassig inszenierte Geschäftsidee kaputtblasen will.

app zur vermeidung von ghettos

Was den politisch auch nur durchschnittlich gebildeten Mitmenschen offensichtlich ist, war den Machern wohl nicht klar. Problematisch nämlich: Sicherheit ok, aber wer definiert wie, was als gefährlich gilt? Spielen da nicht zwangsläufig Stereotypen und Ressentiments eine Rolle bei dieser Art der subjektiven Bewertungsmöglichkeit? (Zudem natürlich auch nicht ganz unheikel: Der elitäre Sozialstatus und die „weiße Weste“ der Macher einer Anwendung mit solchen Implikationen…)

Gawker, Vanity Fair, Huffington Post und andere Medien befinden sich momentan im Tenor der Kritik.

sketchfactor the independent

Der „Ghetto Tracker“

Und dabei ist die Idee sogar nicht mal neu. Im letzten Jahr sorgte bereits diese selbstbewusst als „Ghetto Tracker“ benannte App für digitale Furore. Verwunderlich auch damals: Die Verwunderung der App-Hersteller über die Empörungswelle.

ghetto tracker

Wow. Die Facebbokseite von Sketch Factor hält sich gerade noch wacker.

sketchfactor facebook reaktion

Die beiden Macher bemühen sich nicht nur auf ihrer Homepage um Schadenseindämmung. Man sei weder rassistisch, noch hätte man die Absicht gehabt, Arme und Obdachlose zu diffamieren. Jeder könnte von der App profitieren.

„Setting the record straight: SketchFactor is a tool for anyone, anywhere, at any time.“

Und: Das tolle Tool werde bald im Apple Store verfügbar sein…

Optimistisch. Die App-Welt und die echte Welt scheinen wirklich manchmal Lichtjahre voneinander entfernt zu sein.

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